Das Wichtigste in Kürze

  • Hörgerätebatterien halten je nach Größe, Hörgerät und Nutzung etwa 3 bis 22 Tage.
  • Lange Tragezeiten, eine hohe benötigte Verstärkung sowie Bluetooth und Streaming können die Batterielaufzeit verkürzen.
  • Zink-Luft-Batterien werden durch das Entfernen des Aufklebers aktiviert, deshalb sollte dieser erst unmittelbar vor der Verwendung abgezogen werden.
  • Lagern Sie Hörgerätebatterien trocken bei normaler Raumtemperatur.
  • Wie viele Batterien Sie pro Jahr benötigen, hängt vor allem von Ihrem persönlichen Wechselintervall ab.

Wie lange halten Batterien für Hörgeräte? Laufzeit, Größen und Tipps für eine längere Lebensdauer

Batterien für Hörgeräte

Wer Hörgeräte trägt, möchte sich im Alltag auf eine zuverlässige Funktion verlassen können. Besonders ungünstig ist es deshalb, wenn die Batterie während eines wichtigen Gesprächs, beim Restaurantbesuch oder unterwegs leer wird. Eine häufige Frage bei klassischen Hörgeräten mit Batteriebetrieb lautet daher: Wie lange halten Batterien für Hörgeräte?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Abhängig von Batteriegröße, Hörgerät, täglicher Tragedauer und Nutzung kann eine Batterie bereits nach wenigen Tagen leer sein oder deutlich länger als eine Woche halten. Bei größeren Batterietypen sind unter günstigen Bedingungen auch Laufzeiten von zwei Wochen und mehr möglich. Insgesamt kann die Lebensdauer klassischer Hörgerätebatterien etwa 3 bis 22 Tage betragen.

Als Orientierung können Sie mit folgenden typischen Laufzeiten rechnen:

Batteriegröße Farbcode Typische Laufzeit
10 Gelb ca. 3–7 Tage
312 Braun ca. 5–10 Tage
13 Orange ca. 6–14 Tage
675 Blau ca. 9–22 Tage

Diese Angaben sind Richtwerte. Wie lange eine Batterie tatsächlich hält, hängt unter anderem davon ab, wie viele Stunden Sie Ihre Hörgeräte täglich tragen, welche Verstärkung benötigt wird und welche Funktionen Sie nutzen. Insbesondere Bluetooth und Streaming können den Energieverbrauch erhöhen.

Warum unterscheiden sich die Laufzeiten von Hörgerätebatterien so stark?

Wie viele Tage eine Hörgerätebatterie tatsächlich hält, lässt sich anhand der Verpackung normalerweise nicht zuverlässig bestimmen. Der Grund dafür ist, dass der Energieverbrauch eines Hörsystems von vielen individuellen Faktoren abhängt. So können zwei Personen dieselbe Batteriegröße verwenden und trotzdem unterschiedliche Wechselintervalle haben. Bei einer Person hält die Batterie beispielsweise acht Tage, bei einer anderen nur fünf.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Batterie oder das Hörgerät nicht richtig funktioniert. Moderne Hörsysteme sind leistungsfähige kleine Computer. Sie analysieren fortlaufend die akustische Umgebung, verstärken bestimmte Frequenzen, reduzieren störende Geräusche und erkennen unterschiedliche Hörsituationen. Je nach Modell können sie außerdem mit Smartphones, Fernsehern oder weiterem Zubehör kommunizieren. Jede dieser Funktionen benötigt Energie und beeinflusst damit die Batterielaufzeit.

Wie lange Ihre Hörgerätebatterien halten, wird insbesondere durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Größe und Kapazität der Batterie
  • Bauart des Hörgeräts
  • tägliche Tragedauer
  • Stärke des Hörverlusts und benötigte Verstärkung
  • Nutzung von Bluetooth und Audio-Streaming
  • verwendete Zusatzfunktionen
  • Hörumgebung und erforderliche Signalverarbeitung
  • Lagerung, Alter und Qualität der Batterien
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Zustand und Pflege des Hörgeräts

Angaben zur Lebensdauer einer Hörgerätebatterie sollten Sie deshalb immer als Orientierung verstehen. Entscheidend ist, wie viel Energie Ihr persönliches Hörsystem im täglichen Gebrauch benötigt.

Warum haben Hörgerätebatterien einen Aufkleber?

Wenn Sie eine neue Zink-Luft-Hörgerätebatterie aus der Verpackung nehmen, sehen Sie darauf einen kleinen farbigen Aufkleber. Dieser dient nicht nur zur Kennzeichnung der Batteriegröße, sondern verschließt gleichzeitig die Luftöffnungen der Batterie.

Solange diese Öffnungen versiegelt sind, bleibt die Zink-Luft-Zelle weitgehend inaktiv. Erst wenn Sie den Aufkleber entfernen, gelangt Sauerstoff in die Batterie. Dadurch beginnt die elektrochemische Reaktion und die Batterie wird aktiviert.

Entfernen Sie den Aufkleber deshalb erst unmittelbar vor dem Einsetzen der Batterie. Wenn Sie die Aufkleber bereits Tage oder Wochen vorher abziehen, wird die Batterie schon aktiviert und ein Teil ihrer nutzbaren Lebensdauer geht verloren.

Wichtig ist außerdem: Ein erneutes Aufkleben stoppt diesen Vorgang nicht. Sobald eine Zink-Luft-Batterie aktiviert wurde, läuft die Reaktion weiter. Bewahren Sie neue Hörgerätebatterien daher mit intaktem Aufkleber auf, bis Sie diese tatsächlich benötigen.

Welche Faktoren verkürzen die Lebensdauer einer Hörgerätebatterie?

Fernsehen mit Bluetooth-Hörgeräten

Wie lange eine Hörgerätebatterie hält, hängt nicht nur von ihrer Größe ab. Auch Ihre tägliche Nutzung, die benötigte Verstärkung, verschiedene Funktionen des Hörsystems sowie Lagerung und äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle.

1. Lange tägliche Tragezeiten

Je länger Sie Ihre Hörgeräte am Tag tragen, desto mehr Energie benötigen sie. Wer seine Hörsysteme beispielsweise von 7 bis 23 Uhr nutzt, kommt auf etwa 16 Betriebsstunden täglich. Bei einer täglichen Nutzung von nur sechs Stunden hält dieselbe Batterie in der Regel entsprechend länger.

Aussagekräftiger als die reine Anzahl der Kalendertage ist deshalb die tatsächliche Betriebszeit. Sieben Tage bei fünf Stunden täglicher Nutzung entsprechen 35 Betriebsstunden, bei 16 Stunden täglich sind es bereits 112 Stunden. Angaben wie „eine 312er-Batterie hält sieben Tage“ können daher nur als Orientierung dienen.

2. Bluetooth und Streaming

Viele moderne Hörgeräte können sich mit Smartphones, Tablets, Fernsehern oder anderem Zubehör verbinden. So lassen sich beispielsweise Telefongespräche, Musik, Podcasts oder der Fernsehton direkt über die Hörgeräte wiedergeben.

Dieser Komfort benötigt zusätzliche Energie. Wenn Sie täglich über längere Zeit Audio streamen, kann sich die Batterielaufzeit deshalb verkürzen. Stellen Sie nach einer Änderung Ihres Nutzungsverhaltens einen höheren Batterieverbrauch fest, muss also nicht zwangsläufig ein technisches Problem vorliegen.

3. Stärke der benötigten Verstärkung

Auch die benötigte Verstärkung beeinflusst den Energieverbrauch. Bei einem stärkeren Hörverlust muss das Hörgerät unter Umständen eine höhere Ausgangsleistung bereitstellen. Leistungsstarke Hörer, also die kleinen Lautsprecher des Hörgeräts, können dadurch mehr Energie benötigen.

Deshalb können selbst äußerlich ähnliche Hörgeräte mit derselben Batteriegröße unterschiedliche Laufzeiten erreichen.

4. Automatische Hörprogramme und Signalverarbeitung

Moderne Hörgeräte verstärken nicht einfach nur Geräusche. Ihre Prozessoren analysieren fortlaufend die Hörumgebung. Je nach Modell können sie beispielsweise Sprache und Störgeräusche unterscheiden, Richtmikrofone anpassen, Rückkopplungen verhindern oder Windgeräusche reduzieren.

Diese automatische Signalverarbeitung trägt zu einem angenehmeren Hören bei, benötigt jedoch ebenfalls Energie. In anspruchsvollen Hörsituationen kann Ihr Hörsystem daher anders arbeiten und Energie verbrauchen als beispielsweise beim ruhigen Lesen zu Hause.

5. Alter und Lagerung der Batterie

Auch unbenutzte Hörgerätebatterien sind nicht unbegrenzt haltbar. Achten Sie deshalb auf das Mindesthaltbarkeitsdatum der Verpackung und verbrauchen Sie ältere Batterien möglichst zuerst.

Größere Vorräte sollten zudem nicht an unnötig warmen Orten gelagert werden. Eine geeignete Lagerung hilft dabei, die verfügbare Leistung der Batterien möglichst lange zu erhalten.

6. Temperatur

Extreme Temperaturen können die Leistung von Hörgerätebatterien beeinflussen. Für die Lagerung eignet sich normale Raumtemperatur. Als geeigneter Bereich gelten ungefähr 10 bis 30 Grad Celsius, vorzugsweise etwa 20 bis 25 Grad. Besonders hohe Temperaturen können die Lebensdauer reduzieren.

Der Kühlschrank ist dagegen kein geeigneter Aufbewahrungsort. Neben der niedrigen Temperatur kann dort Feuchtigkeit beziehungsweise Kondenswasser zum Problem werden.

7. Verschmutzte Batteriekontakte oder Feuchtigkeit

Hörgeräte kommen im Alltag mit Schweiß, Hautfett, Staub und Feuchtigkeit in Kontakt. Sind die Batteriekontakte verschmutzt oder korrodiert, kann dies zu Funktionsproblemen führen, die zunächst wie eine schwache oder leere Batterie wirken können.

Funktioniert Ihr Hörgerät trotz einer frischen Batterie nicht zuverlässig, ist daher eine Überprüfung sinnvoll. Wir bei Hörsysteme Mengede können feststellen, ob tatsächlich die Batterie die Ursache ist oder ob beispielsweise Kontakte, Hörer, Mikrofone oder andere Komponenten gereinigt und kontrolliert werden sollten.

Wie viele Hörgerätebatterien braucht man pro Jahr?

Wie viele Hörgerätebatterien Sie im Laufe eines Jahres benötigen, hängt vor allem davon ab, wie häufig Sie die Batterie wechseln müssen. Bereits wenige Tage Unterschied bei der Laufzeit können den jährlichen Bedarf deutlich verändern.

Hält eine Batterie beispielsweise sieben Tage, benötigen Sie pro Hörgerät rund 52 Batterien im Jahr. Bei zwei Hörgeräten sind es entsprechend etwa 104 Batterien.

Bei einer Laufzeit von zehn Tagen sinkt der Bedarf auf rund 37 Batterien pro Hörgerät und Jahr.

Muss die Batterie dagegen bereits nach vier Tagen gewechselt werden, sind es etwa 91 Batterien. Bei zwei Hörgeräten können somit mehr als 180 Batterien pro Jahr erforderlich sein.

Die Beispiele zeigen, dass die individuelle Batterielaufzeit nicht nur für den täglichen Komfort relevant ist. Sie kann auch eine Rolle bei der Entscheidung spielen, ob ein Hörgerät mit Wechselbatterien oder ein modernes Akku-Hörsystem besser zu Ihrem Alltag und Ihren Nutzungsgewohnheiten passt.

FAQ

Eine kurze Batterielaufzeit kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören lange tägliche Tragezeiten, häufiges Streaming, eine hohe benötigte Verstärkung, bestimmte Funkfunktionen oder eine ungünstige Lagerung der Batterien. Auch technische Ursachen am Hörgerät sind möglich. Verkürzt sich die gewohnte Laufzeit plötzlich deutlich, empfiehlt sich eine Kontrolle des Hörsystems.

Nein. Hörgerätebatterien sollten trocken und bei normaler Raumtemperatur gelagert werden. Der Kühlschrank ist aufgrund der niedrigen Temperatur und der möglichen Feuchtigkeit nicht als Aufbewahrungsort zu empfehlen.

Sie können den Aufkleber zwar wieder anbringen, die Aktivierung einer Zink-Luft-Batterie lässt sich dadurch jedoch nicht rückgängig machen. Sobald Sauerstoff in die Batterie gelangt ist, läuft die elektrochemische Reaktion weiter. Durch erneutes Aufkleben verlängert sich die Lebensdauer daher nicht.

Die Akkulaufzeit hängt vom jeweiligen Hörgerätemodell und von der Nutzung ab. Viele moderne Akku-Hörgeräte sind darauf ausgelegt, mindestens einen vollständigen Hörtag mit einer Ladung zu ermöglichen. Je nach Modell und Nutzungsbedingungen können Laufzeiten von 25, 30, 35 oder auch deutlich mehr Stunden erreicht werden. Deshalb sollte die Akkulaufzeit immer für das konkrete Hörgerät betrachtet werden.

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Zainab Ismail
(Filialleitung)

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