Kurz und knapp

  • Ein Audiogramm ist die grafische Darstellung des Hörvermögens und zeigt, welche Töne in verschiedenen Frequenz- und Lautstärkebereichen wahrgenommen werden können.
  • Die Messergebnisse helfen dabei, das Ausmaß eines Hörverlusts, die betroffenen Frequenzbereiche sowie die Art der Hörstörung zu beurteilen.
  • Anhand der Form der Hörkurve lassen sich unterschiedliche Hörminderungen erkennen, beispielsweise eine Hochtonschwerhörigkeit, eine Tieftonschwerhörigkeit oder ein lärmbedingter Hörverlust.
  • Die Auswertung eines Audiogramms bildet die Grundlage für eine professionelle Höranalyse und unterstützt die Auswahl geeigneter Versorgungsmöglichkeiten.
  • Regelmäßige Hörtests ermöglichen es, Veränderungen des Hörvermögens frühzeitig festzustellen und gezielt darauf zu reagieren.

Was ist ein Audiogramm?

Audiogramm

Ein Audiogramm ist eine grafische Darstellung Ihres Hörvermögens. Es zeigt, welche Töne Sie bei unterschiedlichen Frequenzen und Lautstärken wahrnehmen können. Auf diese Weise lässt sich erkennen, wie gut Sie in verschiedenen Tonbereichen hören.

Im Rahmen einer Hörprüfung werden die sogenannten Hörschwellen ermittelt. Die Hörschwelle beschreibt die geringste Lautstärke, bei der ein Ton gerade noch wahrgenommen wird. Die gemessenen Werte werden in ein Koordinatensystem eingetragen und ergeben das Audiogramm.

Anhand eines Audiogramms können Hörakustiker wichtige Informationen über Ihr Hörvermögen gewinnen. Dazu gehören das Ausmaß eines möglichen Hörverlusts, die betroffenen Frequenzbereiche sowie die Art der Hörstörung. Darüber hinaus können die Ergebnisse Hinweise auf mögliche Ursachen geben und dabei helfen, den Bedarf an Hörsystemen einzuschätzen.

So interpretieren Sie die Achsen eines Audiogramms

Ein Audiogramm besteht aus zwei Achsen. Wenn Sie deren Bedeutung kennen, lassen sich die Messergebnisse deutlich leichter verstehen.

Die horizontale Achse: Frequenz

Die horizontale Achse, auch X-Achse genannt, zeigt die Frequenz eines Tons in Hertz (Hz). Auf der linken Seite befinden sich tiefe Töne, beispielsweise 250 Hz. Auf der rechten Seite werden hohe Töne bis 8000 Hz dargestellt. Besonders wichtig ist der Bereich zwischen 500 und 4000 Hz, da hier viele Sprachlaute liegen, die für das Sprachverstehen entscheidend sind.

Die vertikale Achse: Lautstärke

Die vertikale Achse, die Y-Achse, zeigt die Lautstärke in Dezibel (dB). Ganz oben befindet sich der Wert 0 dB. Dieser entspricht dem leisesten Ton, den ein normalhörendes Ohr gerade noch wahrnehmen kann. Mit zunehmender Lautstärke steigen die Dezibelwerte nach unten an. Zum Vergleich: Etwa 40 dB entsprechen einem Flüstern, rund 65 dB einem normalen Gespräch und etwa 90 dB einem lauten Straßenlärm.

Eine wichtige Regel bei der Auswertung eines Audiogramms lautet: Je tiefer ein Messpunkt eingezeichnet ist, desto höher muss die Lautstärke sein, damit der Ton gehört wird. Das bedeutet zugleich, dass das Hörvermögen in diesem Frequenzbereich eingeschränkt ist. Liegt ein Messpunkt beispielsweise bei 60 dB, wird der entsprechende Ton erst ab dieser Lautstärke wahrgenommen.

Die Symbole im Audiogramm

Damit die Messergebnisse eindeutig zugeordnet werden können, werden beide Ohren getrennt erfasst und mit unterschiedlichen Symbolen dargestellt:

  • O (Kreis, rote Linie) = rechtes Ohr
  • X (Kreuz, blaue Linie) = linkes Ohr

Durch die getrennte Darstellung lässt sich erkennen, ob beide Ohren ähnlich gut hören oder ob ein Ohr stärker von einer Hörminderung betroffen ist. Diese Informationen helfen dabei, das Hörvermögen präzise zu beurteilen und die weitere Versorgung gezielt zu planen. Bei Hörsysteme Mengede erläutern wir Ihnen Ihr Audiogramm verständlich und beantworten alle Fragen zu Ihren Messergebnissen.

Grade des Hörverlusts

Schwerhörigkeit

Mithilfe eines Audiogramms lässt sich nicht nur feststellen, ob eine Hörminderung vorliegt. Die Messergebnisse ermöglichen auch eine Einteilung in verschiedene Schweregrade des Hörverlusts. Dadurch kann besser eingeschätzt werden, wie stark das Hörvermögen beeinträchtigt ist und welche Auswirkungen dies im Alltag haben kann.

Leichter Hörverlust: 21 bis 40 dB HL

Bei einem leichten Hörverlust werden leise Geräusche und Sprachanteile häufig nicht mehr vollständig wahrgenommen. Besonders in Situationen mit Hintergrundgeräuschen kann das Verstehen schwieriger werden.

Typische Anzeichen sind:

  • Schwierigkeiten bei leiser Sprache
  • Verständnisprobleme in geräuschvoller Umgebung

Mittlerer Hörverlust: 41 bis 60 dB HL

Ein mittlerer Hörverlust macht sich im Alltag meist deutlich bemerkbar. Gespräche werden anstrengender und wichtige Informationen können leichter überhört werden.

Typische Anzeichen sind:

  • häufiges Nachfragen
  • erhöhte Fernsehlautstärke
  • eingeschränktes Sprachverstehen

Hochgradiger Hörverlust: 61 bis 80 dB HL

Bei einem hochgradigen Hörverlust sind Gespräche oft nur noch eingeschränkt möglich. Die Kommunikation wird deutlich erschwert, insbesondere wenn mehrere Personen sprechen oder Umgebungsgeräusche vorhanden sind.

Typische Anzeichen sind:

  • Gespräche nur eingeschränkt möglich
  • starke Kommunikationsprobleme

An Taubheit grenzender Hörverlust: 81 dB HL und mehr

In diesem Bereich ist das Hörvermögen stark eingeschränkt. Viele Geräusche und Sprachanteile werden ohne Unterstützung nicht mehr wahrgenommen. Häufig besteht ein erheblicher Versorgungsbedarf, um die Kommunikation im Alltag zu verbessern.

Das Audiogramm liefert wichtige Hinweise darauf, welcher Grad des Hörverlusts vorliegt.

Bei Hörsysteme Mengede besprechen wir die Ergebnisse Ihrer Hörmessung ausführlich und zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten zur Unterstützung Ihres Hörvermögens bestehen.

Typische Audiogrammformen

Tonaudiogramm

Ein Audiogramm zeigt nicht nur, wie stark das Hörvermögen eingeschränkt ist, sondern auch, welche Frequenzbereiche betroffen sind. Die Form der Hörkurve liefert wichtige Hinweise auf die Art des Hörverlusts und kann Rückschlüsse auf mögliche Ursachen zulassen.

Hochtonschwerhörigkeit

Die Hochtonschwerhörigkeit ist die häufigste Form der Hörminderung bei Erwachsenen. Dabei werden tiefe Frequenzen meist noch gut wahrgenommen, während hohe Töne deutlich schlechter gehört werden. Im Audiogramm zeigt sich dies durch eine nach unten abfallende Kurve im Hochtonbereich.

Betroffene haben häufig Schwierigkeiten, bestimmte Sprachlaute wie „s“, „f“, „sch“ oder „t“ zu verstehen. Dadurch kann es vorkommen, dass Wörter ähnlich klingen oder Gespräche in geräuschvoller Umgebung anstrengender werden.

Tieftonschwerhörigkeit

Die Tieftonschwerhörigkeit kommt vergleichsweise selten vor. In diesem Fall sind vor allem die tiefen Frequenzen betroffen, während höhere Töne oft besser wahrgenommen werden. Mögliche Ursachen können Morbus Menière oder bestimmte Erkrankungen des Innenohrs sein. Das Audiogramm hilft dabei, diese besondere Form der Hörminderung sichtbar zu machen.

Flacher Hörverlust

Bei einem flachen Hörverlust sind die verschiedenen Frequenzbereiche in ähnlichem Ausmaß eingeschränkt. Die Hörkurve verläuft im Audiogramm daher relativ gleichmäßig und horizontal. Dies bedeutet, dass tiefe und hohe Töne gleichermaßen schlechter gehört werden. Die Auswirkungen machen sich häufig über das gesamte Hörspektrum hinweg bemerkbar.

Senke bei 4000 Hz

Eine auffällige Senke im Bereich von 4000 Hertz wird häufig als C5-Senke bezeichnet. Sie gilt als klassischer Hinweis auf einen lärmbedingten Hörverlust. Im Audiogramm zeigt sich dabei ein deutlicher Einbruch der Hörkurve in diesem Frequenzbereich. Solche Veränderungen können auf eine längerfristige Belastung des Gehörs durch laute Geräusche hinweisen.

Die unterschiedlichen Kurvenverläufe machen deutlich, wie viele Informationen ein Audiogramm liefern kann.

FAQ

Als normales Hörvermögen gelten in der Regel Hörschwellen zwischen 0 und 20 dB HL. Personen mit diesen Werten können Töne bereits bei sehr geringer Lautstärke wahrnehmen. Liegen die Messwerte darüber, kann dies auf eine Hörminderung hinweisen. Das Audiogramm zeigt dabei genau, in welchen Frequenzbereichen Einschränkungen bestehen.
Die Erstellung eines Audiogramms ist in der Regel innerhalb weniger Minuten möglich. Während der Hörprüfung werden verschiedene Töne in unterschiedlichen Frequenzen und Lautstärken abgespielt. Die ermittelten Hörschwellen werden anschließend in das Audiogramm eingetragen und ausgewertet.
Bei der Messung über die Luftleitung werden die Töne über Kopfhörer an das Ohr übertragen. Dabei wird der gesamte Hörweg vom Außenohr über das Mittelohr bis zum Innenohr geprüft. Die Knochenleitung erfolgt dagegen über einen speziellen Schallgeber, der die Schwingungen direkt über den Schädelknochen an das Innenohr weiterleitet. Der Vergleich beider Messungen hilft dabei, die Art einer Hörstörung genauer zu bestimmen.
Ja, ein Audiogramm kann sich im Laufe der Zeit verändern. Alterungsprozesse, Lärmbelastung oder bestimmte Erkrankungen können das Hörvermögen beeinflussen. Deshalb sind regelmäßige Hörtests sinnvoll, insbesondere wenn Veränderungen beim Hören oder Verstehen von Sprache bemerkt werden. Durch wiederholte Messungen lässt sich nachvollziehen, wie sich das Hörvermögen entwickelt hat und ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

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Zainab Ismail
(Filialleitung)

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