Kurz und knapp

  • Nebenwirkungen von Hörgeräten wie Druckgefühl, Juckreiz oder ungewohnte Klänge sind besonders in der Anfangsphase häufig und meist vorübergehend.
  • Viele Beschwerden entstehen durch Anpassungsprozesse des Gehörs oder einen noch nicht optimalen Sitz der Hörgeräte.
  • Eine gute Pflege, schrittweise Eingewöhnung und regelmäßige Anpassungen helfen dabei, Nebenwirkungen deutlich zu reduzieren.
  • Wichtig ist, auf Warnsignale wie Schmerzen, Schwindel oder Hörverschlechterungen zu achten und diese frühzeitig abklären zu lassen.
  • Mit der richtigen Betreuung und etwas Geduld gewöhnen sich die meisten Nutzer an ihre Hörgeräte und profitieren langfristig von besserem Hören.

1. Druckgefühl oder Schmerzen im Ohr

Hörgeräte Nebenwirkungen

Ein Druckgefühl oder sogar leichte Schmerzen im Ohr gehören zu den möglichen Nebenwirkungen, die beim Tragen von Hörgeräten auftreten können. Häufig liegt die Ursache in einem nicht optimal sitzenden Ohrpassstück, das individuell an Ihr Ohr angepasst sein sollte.

Gerade zu Beginn ist ein ungewohntes Gefühl normal, da sich Ihr Ohr und Ihr Gehör erst an die Hörgeräte gewöhnen müssen. Diese Nebenwirkungen sollten jedoch nicht dauerhaft bestehen bleiben oder stärker werden.

2. Juckreiz im Gehörgang

Juckreiz im Gehörgang ist eine häufige Nebenwirkung beim Tragen von Hörgeräten, besonders in der Eingewöhnungsphase. Das Ohr reagiert dabei auf das ungewohnte Fremdkörpergefühl oder auf Veränderungen im Klima des Gehörgangs. Auch trockene Haut kann eine Ursache sein, da Hörgeräte den natürlichen Feuchtigkeitshaushalt im Ohr leicht beeinflussen können. In den meisten Fällen lässt der Juckreiz nach, sobald sich das Ohr an die Hörgeräte gewöhnt hat.

Wichtig ist eine gute Hygiene, damit Reizungen vermieden werden. Zudem kann es sinnvoll sein, ein anderes Material für das Ohrpassstück zu wählen, wenn der Juckreiz anhält. So lassen sich Nebenwirkungen oft gezielt reduzieren und der Tragekomfort deutlich verbessern.

3. Mehr Ohrenschmalz

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Hörgeräten gehört auch eine vermehrte Bildung von Ohrenschmalz. Hörgeräte können die natürliche Selbstreinigung des Ohrs beeinflussen, da sie den Gehörgang teilweise verschließen. Dadurch wird der Abtransport des Ohrenschmalzes erschwert und es kann sich schneller ansammeln. Das ist in der Regel unbedenklich, kann aber den Klang der Hörgeräte beeinträchtigen oder zu einem unangenehmen Gefühl im Ohr führen. Eine regelmäßige Reinigung der Hörgeräte und eine gute Ohrhygiene sind daher besonders wichtig. So lassen sich Nebenwirkungen wie verstopfte Filter oder eingeschränkte Hörleistung vermeiden und die Funktion Ihrer Hörgeräte bleibt zuverlässig erhalten.

4. Pfeifen (Rückkopplung)

Ein pfeifendes Geräusch, auch Rückkopplung genannt, gehört zu den typischen Nebenwirkungen von Hörgeräten. Es entsteht, wenn verstärkter Schall aus dem Ohr zurück in das Mikrofon des Hörgeräts gelangt und erneut verstärkt wird.

Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein. Häufig sitzt das Hörgerät oder das Ohrpassstück nicht optimal im Ohr. Auch eine zu hoch eingestellte Lautstärke kann Rückkopplungen begünstigen.

Diese Nebenwirkungen lassen sich in der Regel gut beheben. Eine genaue Feinjustierung der Hörgeräte sorgt dafür, dass der Schall korrekt verarbeitet wird und kein störendes Pfeifen mehr auftritt.

5. Kopfschmerzen oder schnelle Ermüdung

Kopfschmerzen oder eine schnelle Ermüdung zählen zu den möglichen Nebenwirkungen von Hörgeräten, insbesondere in der Anfangszeit. Ihr Gehirn muss sich erst daran gewöhnen, wieder mehr und teilweise ungewohnte Geräusche zu verarbeiten. Dieser erhöhte Höraufwand kann anfangs anstrengend sein. Viele Nutzer nehmen plötzlich wieder Geräusche wahr, die zuvor nicht oder nur eingeschränkt hörbar waren. Das kann zu einer gewissen Überforderung führen.

In den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen jedoch nur vorübergehend. Mit zunehmender Gewöhnung lernt Ihr Gehirn, die neuen Höreindrücke besser zu verarbeiten. Regelmäßige Tragezeiten und eine passende Einstellung der Hörgeräte unterstützen diesen Anpassungsprozess.

6. Schwindel (selten)

Schwindel gehört zu den eher seltenen Nebenwirkungen von Hörgeräten. In einigen Fällen kann er durch Druck im Ohr oder einen nicht optimalen Sitz des Hörgeräts entstehen.

Da das Gleichgewichtsorgan im Innenohr liegt, kann eine ungewohnte Belastung oder ein falsch angepasstes Ohrpassstück vereinzelt zu Schwindelgefühlen führen. Diese Nebenwirkungen treten jedoch nur selten auf.

Wenn Schwindel häufiger vorkommt oder länger anhält, sollte dies unbedingt abgeklärt werden. Eine Überprüfung des Sitzes und der Einstellung der Hörgeräte kann helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und zu beheben.

7. Verändertes Klangempfinden

Ein verändertes Klangempfinden gehört zu den typischen Nebenwirkungen von Hörgeräten, besonders in der Anfangsphase. Geräusche können zunächst ungewohnt, heller oder auch lauter wirken als erwartet.

Auch Sprache wird anfangs manchmal als „anders“ wahrgenommen. Das liegt daran, dass Ihr Gehör viele Klänge längere Zeit nicht oder nur eingeschränkt verarbeitet hat und sich nun wieder daran gewöhnen muss.

Diese Nebenwirkungen sind in der Regel vorübergehend. Mit der Zeit passt sich Ihr Gehirn an die neuen Höreindrücke an und bewertet Geräusche wieder natürlicher. Eine passende Einstellung der Hörgeräte unterstützt diesen Prozess und sorgt für ein angenehmes Hörerlebnis.

Tipps zur Vermeidung und Reduzierung von Nebenwirkungen

Hörversorgung in Dortmund

Um Nebenwirkungen bei Hörgeräten möglichst gering zu halten, spielt die richtige Pflege und Hygiene eine wichtige Rolle. Eine regelmäßige Reinigung sorgt dafür, dass sich keine Ablagerungen oder Keime ansammeln, die den Gehörgang reizen könnten. Es empfiehlt sich, die Hörgeräte täglich zu säubern und dafür geeignetes Zubehör zu verwenden. Auch die richtige Lagerung trägt dazu bei, die Funktion und Hygiene langfristig zu erhalten.

Ebenso wichtig ist eine schrittweise Eingewöhnung. Gerade am Anfang sollten Sie die Tragezeiten Ihrer Hörgeräte langsam steigern, damit sich Ihr Gehör und Ihr Gehirn an die neuen Eindrücke gewöhnen können. Unterschiedliche Hörsituationen, wie Gespräche in ruhiger Umgebung oder in Gesellschaft, helfen dabei, sich nach und nach anzupassen. Geduld und Kontinuität sind hier entscheidend. Es kann außerdem hilfreich sein, auftretende Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten zu notieren, um gezielt darauf reagieren zu können.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die regelmäßige Nachjustierung der Hörgeräte. Da sich Ihr Hörempfinden im Laufe der Zeit verändert, sollten die Einstellungen immer wieder überprüft und angepasst werden. Geben Sie Rückmeldung zu Ihrem Hörerlebnis, damit Optimierungen gezielt vorgenommen werden können. Eine kontinuierliche Betreuung unterstützt Sie dabei, Nebenwirkungen zu reduzieren und Ihre Hörgeräte langfristig angenehm und effektiv zu nutzen.

Wann sollte man einen Hörakustiker oder Arzt aufsuchen?

Nebenwirkungen von Hörgeräten sind häufig harmlos und vorübergehend. Dennoch gibt es bestimmte Warnsignale, bei denen Sie nicht abwarten sollten. Dazu gehören anhaltende Schmerzen im Ohr, die auch nach einer Anpassung nicht nachlassen. Solche Beschwerden können auf Druckstellen oder andere Probleme hinweisen, die genauer untersucht werden sollten.

Auch Entzündungen oder Ausfluss aus dem Ohr sind ernst zu nehmen. In solchen Fällen sollte zeitnah eine Abklärung erfolgen, um mögliche Infektionen zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden. Gleiches gilt, wenn Sie starke Klangverzerrungen wahrnehmen, die sich nicht durch eine einfache Einstellung der Hörgeräte verbessern lassen.

Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen zählen ebenfalls zu den Symptomen, die abgeklärt werden sollten, insbesondere wenn sie häufiger auftreten. Eine plötzliche Verschlechterung Ihres Hörvermögens ist ein weiteres wichtiges Warnsignal. In all diesen Fällen ist es sinnvoll, zeitnah einen Fachmann aufzusuchen.

Wir von Hörsysteme Mengede unterstützen Sie dabei, die Ursachen für solche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Durch eine sorgfältige Überprüfung und Anpassung Ihrer Hörgeräte lassen sich viele Beschwerden gezielt beheben oder deutlich reduzieren.

FAQ

Die Eingewöhnung an Hörgeräte verläuft individuell und kann wenige Tage bis mehrere Wochen dauern. Ihr Gehör und Ihr Gehirn müssen sich erst an die neuen Höreindrücke gewöhnen. Anfangs können leichte Nebenwirkungen wie ungewohnte Geräusche oder schnelleres Ermüden auftreten. Mit regelmäßiger Nutzung und einer schrittweisen Steigerung der Tragezeit wird das Hören jedoch zunehmend natürlicher.

Wenn Sie Hörgeräte tragen, nehmen Sie wieder mehr Geräusche wahr, die zuvor möglicherweise gefehlt haben. Das Gehirn muss diese neuen Eindrücke erst wieder einordnen und filtern. Deshalb wirken viele Alltagsgeräusche anfangs lauter als gewohnt. Diese Nebenwirkungen lassen in der Regel nach, sobald sich Ihr Gehör daran angepasst hat.

Ein Pfeifen, auch Rückkopplung genannt, entsteht meist durch einen nicht optimalen Sitz oder falsche Einstellungen der Hörgeräte. Oft hilft bereits eine Anpassung des Ohrpassstücks oder eine Feinjustierung der Technik. Wenn das Pfeifen häufiger auftritt, sollte eine Überprüfung erfolgen, um die Ursache gezielt zu beheben.

Hörgeräte sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Besonders in der Anfangszeit sind häufigere Termine sinnvoll, um Nebenwirkungen zu minimieren und den Klang optimal einzustellen. Auch langfristig empfiehlt es sich, die Einstellungen in bestimmten Abständen kontrollieren zu lassen, da sich Ihr Hörvermögen im Laufe der Zeit verändern kann.

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Zainab Ismail
(Filialleitung)

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