Das Wichtigste in Kürze
- Bei hochgradiger Schwerhörigkeit kommen häufig besonders leistungsstarke Hörgeräte zum Einsatz, die ausreichend Verstärkungsreserven bieten.
- Welche Bauform geeignet ist, hängt vom individuellen Hörverlust und dem erreichbaren Sprachverstehen ab, neben Power-HdO-Geräten können auch leistungsfähige RIC- oder größere Im-Ohr-Hörgeräte infrage kommen.
- Eine sorgfältige Anpassung ist besonders wichtig und kann mehrere Schritte erfordern, um Sprachverständlichkeit, Klangqualität und Hörkomfort möglichst gut aufeinander abzustimmen.
- Reichen selbst optimal angepasste Power-Hörgeräte für ein ausreichendes Sprachverstehen nicht aus, sollte eine weiterführende HNO-ärztliche beziehungsweise audiologische Untersuchung erfolgen.
Welche Hörgeräte eignen sich bei hochgradiger Schwerhörigkeit?

Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit kommen häufig besonders leistungsstarke Hörgeräte zum Einsatz. Je nach Hersteller werden diese beispielsweise als Power-, Super-Power- oder Ultra-Power-Hörgeräte bezeichnet. Welche Versorgung für Sie geeignet ist, hängt jedoch nicht allein von der Leistung des Hörgeräts ab. Entscheidend sind vor allem Ihr individuelles Audiogramm und das erreichbare Sprachverstehen.
Häufig werden bei hochgradiger bis an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit leistungsstarke Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, kurz HdO-Geräte, eingesetzt. Bei diesen Modellen befindet sich die Technik hinter dem Ohr. Der verstärkte Schall gelangt über einen Hörschlauch und ein individuell angefertigtes Ohrpassstück in den Gehörgang. Je nach Hörverlust können auch sogenannte Receiver-in-Canal-Systeme mit einem leistungsstarken Hörer infrage kommen.
Leistungsstarke HdO-Geräte bieten hohe Verstärkungs- und Ausgangsleistungsreserven. Dadurch können sie auch bei starken Hörverlusten ausreichend Schallenergie bereitstellen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das individuell gefertigte Ohrpassstück. Es kann den Gehörgang vergleichsweise gut abdichten und damit verhindern, dass verstärkter Schall entweicht und erneut vom Mikrofon aufgenommen wird. So lässt sich das Risiko einer Rückkopplung reduzieren.
Moderne Hörgeräte verfügen zwar über Systeme, die Rückkopplungen und das damit verbundene Pfeifen wesentlich besser kontrollieren können. Dennoch bleiben die physikalischen Voraussetzungen für eine gute Anpassung wichtig. Ein exakt gefertigtes Ohrpassstück kann deshalb bei hochgradiger Schwerhörigkeit wesentlich zur Qualität der Versorgung beitragen.
Reicht die Leistung eines konventionellen Hörsystems nicht aus, können besonders leistungsstarke HdO-Modelle eine geeignete Möglichkeit sein. Sie wurden speziell für sehr starke Hörverluste entwickelt und verfügen über entsprechend hohe Ausgangsleistungen und größere Verstärkungsreserven.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass mehr Verstärkung nicht automatisch zu einem besseren Sprachverstehen führt. Ein leistungsstarkes Hörgerät kann vorhandene Informationen besser hörbar machen. Informationen, die vom geschädigten Innenohr nicht mehr ausreichend verarbeitet werden, kann es jedoch nicht wiederherstellen.
Sind RIC-Hörgeräte bei hochgradiger Schwerhörigkeit geeignet?
Auch RIC- beziehungsweise RIE-Hörgeräte können bei bestimmten hochgradigen Hörverlusten infrage kommen. RIC steht für „Receiver in Canal“. Bei dieser Bauform befindet sich der Lautsprecher, der sogenannte Hörer, direkt im Gehörgang. Hinter dem Ohr sitzt ein vergleichsweise kleines Gehäuse, in dem unter anderem Mikrofone, Prozessor und Energieversorgung untergebracht sind.
Für stärkere Hörverluste stehen leistungsfähige Power-Hörer zur Verfügung. Dadurch können RIC-Hörgeräte in bestimmten Fällen eine hohe Verstärkung mit einer relativ kompakten Bauweise verbinden.
Ob ein solches Hörsystem für Sie geeignet ist, hängt jedoch von der individuellen Form und Stärke Ihres Hörverlusts ab. Bei sehr starken Hörverlusten kann ein klassisches Power-HdO-Gerät größere Leistungsreserven bieten. Auch bei der akustischen Abdichtung kann diese Bauform Vorteile haben.
Die Größe oder Unauffälligkeit eines Hörgeräts sollte deshalb nicht das entscheidende Auswahlkriterium sein. Bei hochgradiger Schwerhörigkeit ist vielmehr wichtig, mit welchem Hörsystem sich Ihre vorhandenen Hörreserven bestmöglich nutzen lassen. Bei Hörsysteme Mengede berücksichtigen wir daher die individuellen Voraussetzungen und prüfen, welche Bauform für die jeweilige Hörsituation sinnvoll ist.
Sind Im-Ohr-Hörgeräte bei hochgradiger Schwerhörigkeit möglich?

Im-Ohr-Hörgeräte, kurz IdO-Geräte, sitzen vollständig oder weitgehend im Ohr und werden häufig aus kosmetischen Gründen bevorzugt. Bei leichten und mittleren Hörverlusten können sie eine sehr gute Lösung sein. Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit hängt ihre Eignung jedoch stark von der benötigten Leistung ab.
Je stärker der Hörverlust ausgeprägt ist, desto mehr Verstärkung wird in der Regel benötigt. Gleichzeitig werden eine gute akustische Abdichtung und ausreichende Reserven zur Vermeidung von Rückkopplungen wichtiger. Besonders kleine Im-Ohr-Hörgeräte können hier an ihre physikalischen Grenzen stoßen und bei hochgradiger Schwerhörigkeit ungeeignet sein.
Wie läuft die Hörgeräteanpassung bei hochgradiger Schwerhörigkeit ab?

Am Anfang einer Hörgeräteanpassung steht eine ausführliche Analyse Ihres Hörvermögens. Dabei wird ermittelt, welche Töne Sie in unterschiedlichen Frequenzbereichen wahrnehmen können und wie gut Sie Sprache verstehen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse lassen sich geeignete Hörsysteme auswählen.
Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit achten wir besonders darauf, dass das Hörgerät über ausreichende Leistungsreserven verfügt und die akustische Ankopplung an das Ohr optimal funktioniert. Anschließend wird das ausgewählte Hörsystem erstmals auf Ihren individuellen Hörverlust programmiert.
Damit beginnt die eigentliche Anpassungsphase. Im Alltag sammeln Sie Erfahrungen mit Ihren Hörgeräten, zum Beispiel bei Gesprächen zu Hause, beim Einkaufen, auf einer Familienfeier, im Straßenverkehr oder beim Telefonieren. Dabei zeigt sich, wie gut Sprache in unterschiedlichen Situationen verständlich ist und wie angenehm Sie Klang und Lautstärke empfinden.
Diese Erfahrungen werden bei weiteren Terminen ausgewertet. Bei Hörsysteme Mengede können wir daraufhin beispielsweise einzelne Frequenzbereiche, automatische Programme oder Mikrofoneinstellungen gezielt anpassen.
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Zainab Ismail
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